Das Wiener Systemische Resilienz-Modell in der Aufstellungsarbeit

„Wer sein Schicksal für besiegelt hält, ist außerstande, es zu besiegen.“
Viktor Frankl


Wie Menschen die Fähigkeit zur Widerstandskraft, also Resilienz, entwickeln, dazu haben wir durch Studien und viel Erfahrung gelernt. Wie lässt sich das angesichts einer weltweiten Systemkrise nutzen? Plötzlich machen die Pandemie und die Maßnahmen dagegen die VUKA-Welt (volatil, unsicher, komplex und ambivalent) für uns unmittelbar erlebbar. Wir spüren auf unterschiedliche Weise etwa diffuse Angst, Isolation, Aggression, gesundheitlich und wirtschaftlich auch Existenzängste, alte Traumata und Generations-Themen aus der Geschichte unserer Familien. Und natürlich nehmen wir an, dass all dies die Selbstheilungskräfte beeinflusst, die im besten Fall das Immunsystem stärken sollen, damit wir persönlich die Krise meistern.

Zwei neue Faktoren: Nach unserer Erfahrung reicht es in Systemkrisen nicht mehr, auf die Stärkung individueller Resilienz-Faktoren wie Optimismus, Zukunfts- oder Lösungsorientierung zu zielen. Denn jeder Einzelne befindet sich ja auch in Resonanz mit größeren Systemen. Wir nehmen, auch als Berater, Coach oder Führungskraft kollektiv wahr, was auf ein Team, ein Unternehmen oder auf die Gesellschaft wirkt. Deshalb haben wir im Kollegenkreis mit unserem „Wiener Modell“ Ansätze für die Systemische Resilienz entwickelt, mit denen wir den systemischen Kontext berücksichtigen können und Einzelne ebenso wie Gruppen (Teams) oder ein Gesamtsystem (Unternehmen) unterstützen.

Systemklarheit bedeutet uns Klarheit in den diversen Systemen, denen wir angehören: Familie, Firma, Kultur (Verein, bestimmter „Kreis“), Gesellschaft. Wer Klarheit über die unterschiedlichen Systeme und seine eigene Verstrickung darin hat, kann auch nach Analyse verschiedener Rahmenbedingungen seine Probleme angehen und lösen. Dieser Faktor zielt auf ein Wissen, wie Systeme aufeinander wirken und sich beeinflussen, d. h. befruchten und auch behindern können.

Mit Bewusstsein meinen wir, dass sich der Einzelne seiner Prägungen, Gedanken- und Verhaltensmuster bewusst ist. Denn diese bilden das Mindset, mit dem wir uns selbst und die Krise betrachten, uns positionieren. Mit dem Mindset entscheiden wir, ob wir in einer Krise nur reaktiv sind oder aktiv werden, dazulernen und vielleicht sogar einen Paradigmenwechsel gestalten können.

Um zu einer IST-Analyse über Wechselwirkungen und zu Bedingungen für ein lösungs- und zielorientiertes Probehandeln in Systemkrisen zu kommen, nutzen wir das Werkzeug der Systemaufstellungen.

Peter Klein, Ausbildungsleiter Integral Systemics – Lehrsystem Innere Form©, Berater, Buchautor.
peter.klein@integral-systemics.com


Leseprobe zum Buch :

https://integral-systemics.com/wp-content/uploads/WSRM-Leseprobe_End_3.pdf

Zu bestellen unter:
https://www.morawa.at/detail/ISBN-9783991107842

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